
Aikido ist eine noch relativ junge Kampfkunst, innerhalb des breit gefächerteten Budospektrums. Aber eben nicht eine unter vielen, sondern ihrem Wesen nach die friedlichste. Dabei ist im Gegensatz zu allen anderen Kampfkünsten nicht Ziel, der Gewalt des Gegners mit eigener Gewalt entgegenzutreten, sondern dem Gegner durch Umlenkung seines Angriffspotentials zu der Einsicht zu verhelfen, dass sein Angriff die ursprüngliche Harmonie der Welt verletzt und sinnlos ist.
Aikido entlehnt viele seiner Bewegungen aus den Schwertkünsten der Samurai. Es stellt aber durch die Erfahrungen Ueshibas mit den verschiedensten Techniken zugleich die Quintessenz aus den unterschiedlichsten Kampfkünsten dar, mit denen der Begründer Morihei Ueshiba je in Berührung kam. Er veränderte mit seiner Interpretation die Perspektive auf die japanischen Kampfkünste dahingehend, dass er jede Konfrontation, jeden Versuch, den Angriff eines Gegners mit Gewalt zu brechen, aus seiner Bewegungskunst entfernte und durch das Prinzip ersetzte, die Energien von Angreifer und Angegriffenem zusammen zu führen und in einer gemeinsamen Bewegung zu verschmelzen.
